Julian Sartorius

Der Schlagzeuger Julian Sartorius hat in seinem «Beat Diary» 365 Kurztracks aus gesammelten Klängen in Natur und Stadt zusammen gestellt. Anstatt achtlos über das Gras hinwegzugehen hat er der Wiese besondere Aufmerksamkeit geschenkt und sie mit seinen Drumsticks bespielt.

«Die Klänge sind alle da, sie sind im Material gespeichert. Ich muss sie nur hervor holen. In dieser Kombination zum Beispiel ist alles im Material drinnen. Es kommt mir vor als würde ich Dinge raus holen und ich kann es anschlagen und dann kommt es raus.»

Meist sucht Sartorius als Schlagzeuger den Klang zu formen und ihm eine rhythmische Struktur zu geben. Er verzichtet auf elektronische Zaubermittel und legt die Tracks von Alltagsgeräuschen mit Vögeln, Bahnhofdurchsagen, Autos übereinander und kreiert damit eine Alltags-Symphonie.

«Ich habe noch nichts gefunden, das nicht tönt. Es tönt sogar wenn du mit dem Stock durch die Luft fährst, schnell, dann hörst du wie du die Luft zerschneidest, diese Bewegung»

Sartorius versteht sein Handwerk. Er hat bereits mit 5 Jahren Schlagzeugstunden genommen und seither die Stöcke nicht mehr weggelegt. Mit seinen Rhythmen, welche die Neue Musik, den Hip-Hop und die Weltmusik ausloten, zeigt Sartorius die Vielfalt und Möglichkeiten seines Instrumentes auf. Er spielt mit Don Li, Fredi Studer oder Pierre Favre, Kutti MC und Rhys Chatham. Mit Sophie Hunger war er zwei Jahre auf Tour. Öfters präpariert er das Schlagzeug, arbeitet mit ungewöhnlichen akustischen Sounds und erschliesst so Schlag um Schlag eine ungehörte Klangwelt.