Bruno Spoerri

«Ich denke der Unterschied zwischen Musik und Lärm ist nur, ob man hinhören will oder nicht. Jede Musik und alles kann Lärm sein, in dem Moment wo man nicht will, dass das jetzt stattfindet.» 

Bruno Spoerri setzt sich seit 1960 mit elektronischer Musik auseinander und wird als Elektroniker der ersten Stunde bezeichnet. Die elektronischen Geräte, sei es Computer, i-Phone oder interaktive Elektronik, bedient der 80-Jährige gewandt wie ein 20-jähriger Compi-Native. Seit er das erste elektronische Konzert (musique concrète) in den 1950er Jahren gehört hat, hat er am Experimentieren mit Geräuschen Gefallen gefunden. Er komponiert mit Geräuschen aus der Natur und aus dem Alltag. Früher sehr primitiv:

«Man nimmt die Geräusche des Zähneputzens: Man putzt die Zähne rhythmisch genauso wie ein Schlagzeuger mit den Bäselis spielt und verarbeitet diese musikalisch.»

«Für mich ist alles musikalisch verwertbar was irgendwie tönt. Es ist alles Klang. John Cage hat da bahnbrechend gewirkt. Oder davor noch andere Leute. Die Krachmusiker aus den 20er Jahren vom letzten Jahrhundert, oder die Futuristen. Sie haben bereits mit Geräuschen Musik gemacht.
Ich finde man darf zum Musik machen alles benutzen was irgendwie tönt, solange man irgend etwas damit anstellt, also indem man irgend etwas damit macht das interessant wird.»

Heute improvisiert und experimentiert er mit elektronisch generierten Klängen. Ein elektronisches Instrument interessiert ihn erst dann, wenn er damit durch Improvisieren neue Klangwelten und Kompositionen erarbeiten kann.

«Gerade Klänge, die man hässlich empfindet, können eine Schönheit in sich haben. Das mache ich sehr gerne. Ich nehme irgendwelche Naturklänge und verändere diese so, dass sie nicht mehr erkenntlich sind, aber dass sie die Lebendigkeit von einem Naturklang behalten. Im Gegensatz zum starren Synthesizer Klang, den man sonst sehr oft hat.»

Musikalisch kann man Bruno Spoerri am ehesten dem groovigen Elektro-Jazz zuordnen. Er tritt seit über 50 Jahren mit verschiedenen Jazzformationen auf der ganzen Welt in Clubs und an Musikfestivals auf.